Hungrig?

Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein?

„Ich sterbe gleich vor Hunger.“ Wie oft sage ich diesen Satz, unbedacht. Kennen tu ich ihn nicht, den Hunger. Eigentlich war er mir sogar ganz fremd, bis ich ein Jahr lang als Volontärin in Äthiopien lebte. Dort begegnete mir sein grässliches Antlitz immer wieder: In den vielen mageren Kinderhänden, die meine Arme umklammerten. Im sehnsüchtigen Warten auf die nächste Mahlzeit. In einem fünfjährigen Jungen, der dem Aussehen nach nicht älter als 3 Jahre sein konnte.

Diese Begegnungen entfachten in mir eine unbändige Wut auf…ja, worauf?

Warum gibt es eigentlich Hunger auf der Welt? - Mein Interesse auf die Ursache für Hunger war geweckt. Der Welthungerkongress der Caritas in Wien zeigte mir, dass es keine einfache Antwort auf diese Frage gibt, sondern zahlreiche Gründe und Zusammenhänge. Sicher ist jedoch, dass zu einem großen Teil wir Menschen daran schuld sind, dass unsere Mitmenschen hungern.

Ich, mit schuld am Hunger von anderen – dieser Gedanke ist mir unerträglich. Aber was kann ich denn großartig tun? Die Ausbildung zur Multiplikatorin bei der youngCaritas gibt mir die Möglichkeit, Hungernden eine Stimme zu geben. In Workshops zeige ich SchülerInnen die Ursachen für Hunger. Ich erkläre Zusammenhänge. Informiere. Erzähle. Fordere auf. Spreche Veränderungen an. Gemeinsam entwickeln wir Ideen, was jeder und jede einzelne tun kann, um an einer gerechteren Welt mitzuwirken.

„Aber ist das, was wir tun können, nicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein?“ Diese Frage zeigt mir, dass das Thema angekommen ist. Eine Schülerin macht sich Gedanken. Andere bringen Vorschläge. – Erste Schritte im Kampf gegen Hunger.

Verena, 21, freiwillige youngCaritas Workshopleiterin Steiermark

 

Wenn ihr Interesse an einem Workshop zum Thema "Zukunft ohne Hunger"  habt, dann meldet euch bei eurer youngCaritas. Infos unter "Über uns"